Die Stimme der Townships: Leonard Karikoga Zhakata
Record Release Concert von "Zombi", der gemeinsamen CD von Leonard Zhakata und Virginia Mukwesha
live in Wernsbach am 25. Juli 2009 |
Nach dem Krieg zog die Familie in die Stadt. Hier textete der kleine Leonard mit 13 Jahren seinen ersten Song. Nachts riß er von zuhause aus, um mit Schulfreunden heimlich Sunguramusik zu machen. Gegen Ende der achtziger Jahre gründete er mit einem Cousin die Maungwe Brothers Band und nahm mehrere Singles und zwei LPs auf. Bis hierhin ist das eigentlich nichts besonderes, aber 1994 landete er aus dem Nichts, als fast unbekannter Sänger und Komponist, einen Hit, der ihn zum Sprecher der Generation der freigeborenen Zimbabwer machte: „Mugove“.
„Mugove“ bedeutet wörtlich „Fairer Anteil“. Das Lied appellierte an das Gewissen der Mächtigen und Neu-Reichen Zimbabwes, nicht die zu vergessen, auf deren Rücken sie ihren Reichtum gewonnen hatten. „Mugove“ formulierte das Lebensgefühl derjenigen, die in der Unabhängigkeit aufgewachsen waren und sich zunehmend um die Versprechen des Befreiungskrieges betrogen sahen. „Mugove“ brach alle Rekorde in geradezu astronomischer Weise: Es hielt sich 20 Monate lang auf dem ersten Platz aller Tonträgerverkäufe und auch aller Radio- oder sonstigen Hitparaden und hatte sich am Ende über 120 000 mal verkauft. |
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„Mugove“ gefiel den Zimbabwern so sehr, daß es sich förmlich in ihre Seelen einbrannte. Erst vor kurzem machte ein Witz die Runde: Was macht die südafrikanische Polizei, wenn in einem Auffanglager für illegale Einwanderer sich diese weigern, ihre Nationalität preiszugeben, um nicht in ihr Heimatland deportiert werden zu können? Sie spielt „Mugove“ und kann so alle Zimbabwer identifizieren, weil diese entweder sofort tanzen oder rhythmische Zuckungen ihrer Körperteile nicht unterdrücken können…
„Mugove“ traf die Herzen der Zimbabwer aber nicht nur als sozialer Aufschrei, sondern auch musikalisch. Mehr als seine Kollegen hatte Zhakata internationale Elemente in seiner Musik verarbeitet, mehr als seine Kollegen hatte er aber auch traditionelle einheimische Elemente integriert. Alle hatten für den Sungura die traditionelle zimbabwische Gesangart übernommen, nämlich in Gegensatz zu fast ganz Afrika alleine -d.h. ohne antwortenden Chor- zu singen (wie die Menschen, die Afrika vor dem Homo Sapiens bewohnten…).
Aber Zhakata übernahm als einziger das beißend-süße Gitarrenfeeling und den unauffällig-peitschenden Schlagzeugsound kenianischer Bengapopmusik und verlangsamte den Rhythmus zur einheimischen Mbiramusik hin, sodaß seine Energie „fetter“ wurde und die melodische Schönheit der ineinander verzahnten Gitarrenpatterns hervortrat.
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