Die Stimme der Townships: Leonard Karikoga Zhakata

Record Release Concert von "Zombi", der gemeinsamen CD von Leonard Zhakata und Virginia Mukwesha
live in Wernsbach am 25. Juli 2009
Leonard Karikoga Zhakata Live in Wernsbach

Im Rausch der Unabhängigkeit entstand in den achtziger Jahren der erste, eigene Popmusikstil Zimbabwes: Sungura.

Er speiste sich aus dem Aufenthalt vieler Jugendlicher im Ausland. In den Ausbildungslagern der Guerilla-Befreiungskämpfer in Tanzania, Kenia, Mozambik und Zambia hatten sie neue Popmusikstile kennengelernt und nach der Unabhängigkeit mit nach hause gebracht.

Die Musikergeneration der Unabhängigkeit – allen voran John Chibadura und die Sungura Boys – eignete sich ostafrikanische Musik und besonders die kenianische Bengapopmusik an und schuf daraus auf der Basis eines eigenen Rhythmus eine Popmusik, die ihren Namen vom kenianischen Sungura-Plattenlabel entlieh.

Sungura war frenetische und plebeische, von Elektrogitarren beherrschte Tanzmusik mit einem Reggaefeeling, wobei der Gesang lauter als die Gitarren war. In der Folge wurde Sungura zu DEM zimbabwischen Rhythmus, vergleichbar mit Reggae und Jamaika.

Sungura verkörperte die Freude über die Unabhängigkeit. (Über all dem schwebt natürlich noch gottähnlich ein Oliver Mutukudzi, der aber seine eigene Musik macht und jenseits von Raum und Zeit thront.

Thomas Mapfumo ist mehr ein Phantom in den westlichen Medien als in der musikalischen Realität Zimbabwes.)

Während des Krieges wuchs ein gewisser Leonard Karikoga Zhakata (gesprochen: "Jakàta", wie in „Janine“ oder „Jerôme“) – geboren 1968 - in Rusape nahe der Grenze zu Mozambik auf. Sein Spitzname „Karikoga“ bedeutet „Der Kleine ganz alleine“. Er war nämlich der einzige Junge unter sechs Schwestern. Die elterliche Farm mit einem Berg hinter dem Haus diente den Befreiungskämpfern als Stützpunkt und lag deshalb mitten im Krieg.

Um bei den Befreiungskämpfern jeglichen Verdacht auf Verrat auszuräumen, gab Leonards Vater sogar seinen Job in der Stadt auf. Aber es gab ein Radio, mit dem man Sender aus Kenia und Tansania empfangen konnte und natürlich auch die entsprechende Musik. Leonard hing an diesem Radio, nahm aber auch an spirituellen Zeremonien und an Pungwe-Propagandefesten der Freiheitskämpfer teil, auf denen – auch Leonard - Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit gelehrt wurden...



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