Zimbabwe Skulptur heute
Shona Skulptur

Noch heute wird die Bildhauerkunst Zimbabwes als „Shona Kunst" bezeichnet. Frank McEwen, erster Direktor der nationalen Kunstgalerie und einer der entscheidenden Wegbereiter dieser Kunstform, sah die Skulpturen immer in Verbindung mit der Mythologie der Shona und sprach in seinen Vorträgen und Lesungen von authentische Stammeskunst. Den Grund für diese Bezeichnung sah er unter anderem in den aus Speckstein gefertigten Vogelstatuen und Monolithen, die in den Ruinen von Great Zimbabwe gefunden wurden.

Da in Zimbabwe bis heute allerdings keine weiteren historischen Steinskulpturen gefunden wurden, ist es zumindest fragwürdig, eine geschichtliche Entwicklung der zeitgenössischen Kunst von den Zimbabwevögeln abzuleiten.

Die Bezeichnung von der „Shona Kunst“ hat auch einen ethnologischen Haken. Die Mehrheit, fast drei Viertel der Bevölkerung im heutigen Zimbabwe und damaligen Rhodesien werden als Shona bezeichnet. Dieser Begriff weckt den Eindruck, es handele sich dabei um ein Volk. Tatsächlich aber setzen sich die Shona aus den sechs Hauptvölkern, Kore Kore, Zezuru, Karanga, Manyika, Ndau und Rozvi zusammen. Sie gehören alle zur Sprachgruppe der Bantuvölker, können nach ethnologischen Gesichtspunkten aber nicht als ein Volk bezeichnet werden.

Die Bezeichnung Shona wurde im 19. Jahrhundert von den Ndebele, als eine Art geringschätziger Sammelbegriff für alle Nicht-Ndebele Völker geprägt und von den Kolonialmächten übernommen. Die gemeinsame Sprache, heute eine der offiziellen Landessprachen Zimbabwes, wurde als Verkehrssprache in Wort und Schrift von Missionaren erst in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts eingeführt.

Into Africa Skulpturengalerie Wernsbach
Bernard Matemera


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