Washington Msonza

„Unser ganzes Leben dreht sich um Kunst. Wir tun Kunst, wir träumen Kunst, wir essen Kunst und wir reden Kunst. Wir besitzen einen Geist, der uns befähigt, jenseits des Vorstellbaren zu handeln.“

Washington Msonza wurde am 22. September 1966 als Ältester von fünf Brüdern und drei Schwestern in Makumbe in Mashonaland East geboren. Er besuchte die Grundschule in Govera im Domboshava Bezirk und die Secondary School in Chitungwiza. 1987 schloss er die Schule ab und begann zunächst in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb zu arbeiten. Mit Kunst hatte er in seinen Jugendjahren, außer, dass er gelegentlich kleinere Holzfiguren schnitzte, relativ wenig im Sinn.

In Washingtons Verwandtschaft gab es eine Reihe von namhaften Bildhauern. Einer davon war sein Schwager Albert Nathan Mamvura, nicht nur ein herausragender Bildhauer der ersten Generation, der von seinem Cousin Nicholas Mukomberanwa unterrichtet wurde, sonder auch der Besitzer eines Steinbruchs.

Während seiner Zeit in Chitungwiza verbrachte Washington relativ viel Zeit in der Werkstatt von Albert. Der es dann auch war, der ihm die Handhabung der Werkzeuge lehrte und ihn zeigte, welche Möglichkeiten in den Steinen steckten. Washington begann sich zunehmend für die Bildhauerei zu interessieren und arbeitete von 1988 bis 1989 als Gehilfe und Lehrling bei Albert.

Seine Ambuya, Großmutter, aber auch Großtante, war Locardia Ndandarika, eine der großen Frauen der Bildhauerbewegung in Zimbabwe. Sie war zu der Zeit verheiratete mit Joseph Ndandarika, der heute häufig mit Nicholas Mukomberanwa und Sylvester Mubayi als einer der Gründerväter der Skulpturenbewegung Zimbabwes zitiert wird.

Locardia beschäftigte gerne Gehilfen, darunter auch Ignatius Zhuwakiyi, die beim Finishing ihrer Skulpturen behilflich waren, denen, sie aber auch wesentliche Techniken beibrachte, ihre Philosophie der Kunst und ihre Gedanken, die hinter ihren Stücken standen. Locardia gelang es Washingtons Sinn zu wecken, für etwas, das er heute als „Imagination of the Spirit of the Stone“ bezeichnet, die Begabung, die verborgene Skulptur bereits im Rohstein zu erahnen.

Washington blieb von 1990 bis 1991 bei Locardia und arbeitete gelegentlich auch mit anderen namhaften Künstlern wie Biggie Kapeta oder Gideon Nyanhongo.

Anfänglich fertigte Washington einfache, kleine Frauenskulpturen in hübschen Gewändern, die sich sehr erfolgreich an Touristen verkaufen ließen. Dies war Washington aber bald zu wenig, mit großem Ehrgeiz versuchte er ständig, seine Technik zu verbessern und überlegte neue Formen und Strukturen. Seine Darstellungen wurden ausgereifter und die verwendeten Rohsteine ständig größer.

Nun interessierten sich auch die prominenten, ortsansässigen Galerien wie Nhukutu, Springstone Gallery oder der Chapungu Sculpture Park von Roy Guthrie für Washington und erwarben seine Arbeiten. 1991 nahm er an der alljährlichen Heritage Exhibition der Nationalgalerie teil und im Anschluss daran konnte er seine Skulpturen direkt an private Sammler und Galerien aus Deutschland, Südafrika, den Niederlanden und den USA verkaufen.

Der internationale Durchbruch gelang Washington im Jahre 2000 als er gemeinsam mit James Mutambika als Vertreter Zimbabwes zum „Changchung International Sculpture Symposium“ nach China eingeladen wurde. Washington schuf seine bisher größte Skulptur, einen drei Meter hohen Engel aus weißem Marmor, der seine Flügel schützend über ein Liebespaar hält. Die Skulptur brachte ihm die Auszeichnung der Jury, die Freundschaft und Bewunderung des chinesischen Volkes und den Respekt der anderen 50 teilnehmenden Bildhauer aus der ganzen Welt ein.

Washington Msonza arbeitet figürlich. Polierte und unpolierte Oberflächen stehen im Kontrast und geben seinen Werken Spannung, gekonnte Schlagstrukturen und eine große Vielfalt verschiedenster Muster verleihen seinen Skulpturen eine gewisse Leichtigkeit.

Hinter seinen Werken steckt ein sehr emotioneller und spiritueller Charakter. Seine kraftvollen Arbeiten zeigen häufig zwischenmenschliche Beziehungen, aber auch traditionelle oder religiöse Motive. Neben der Seele der Rohsteine, findet Washington die Inspirationen zu seinen Skulpturen in der Mythologie der Zezuru mit all ihren Sagen, Geschichten und Riten, in seiner Religion und seinen Vorstellungen von der Welt, wie sie ist und wie sie sein könnte.

„Unsere Vorfahren vererben uns Zimbabwern viele künstlerische Fähigkeiten. Unser ganzes Leben dreht sich um Kunst. Wir tun Kunst, wir träumen Kunst, wir essen Kunst und wir reden Kunst. Wir besitzen einen Geist, der uns befähigt, jenseits des Vorstellbaren zu handeln.“

„ Es würde mich glücklich machen, wenn Menschen von jedem Kontinent mich dabei beobachten könnten, wie ich vor ihren Augen einen Felsen in eine wunderbare Skulptur von dauerhafter Schönheit verwandele.“

Ausstellungen (u.a.):
National Gallery of Zimbabwe (1991 - 2006), Springstone Gallers Avondale (1995), Changchung International Sculpture Symposium, China (2000), Ars Krippana, Belgien (2002, 2003), in Deutschland (seit 2002), darunter Westfalenpark, Dortmund (2008, 2009, 2010), Moonlight Bay, Kanada (2007), Salzburg, Österreich (2008, 2009, 2010), Florenz, Italien (2009).

Into Africa Skulpturengalerie Wernsbach
Kurzbiografie
Geburtstag: 22. September 1966
Geburtsort: Makumbe (Domboshava, Mashonaland East)
Ethnie: Zezuru
Mutopo:
Bildhauer seit: 1988
Begann in: Chitungwiza
Beeinflusst von: Albert Nathan Mamvura, Locardia Ndandarika
Bildhauergeneration: 2
Familienstand: verheiratet mit Gertrude Berejena
Kinder: Sohn Astinoji (1997), Töchter Lastinenzi (2003) und Lanastancia (2010)
Skulpturen von Washington Msonza


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