Die Stimme der Townships: Leonard Karikoga Zhakata
Record Release Concert von "Zombi", der gemeinsamen CD von Leonard Zhakata und Virginia Mukwesha
live in Wernsbach am 25. Juli 2009 |
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Ab dem Jahr 2000 unterlief die zimbabwische Gesellschaft eine Periode extremer Politisierung, die alle Bereiche des Lebens vereinnahmte – auch die Musik. Und aufgrund seiner Stellung und Funktion wurde Zhakata von allen Musikern das größte Opfer.
Schon 1994 war „Mugove“ in der Auseinandersetzung gegen die Politik der Regierung benutzt worden. Zhakatas Texte voller Schmerzen und Ängste, Hoffnung und Fröhlichkeit bieten sich mehr als die aller anderen Musiker dafür an, weil er in Bezug auf gesellschaftliche Probleme nie ein Blatt vor den Mund nimmt und weil er wie kein anderer den Nerv der Dinge trifft. Obwohl in der Regel ca. ein Jahr zwischen Aufnahme und Veröffentlichung der Lieder liegen, wurden sie dennoch im Rahmen aktueller politischer Auseinandersetzungen interpretiert und Zhakata als Sozialprophet vereinnahmt -von der Opposition- oder als Staatsfeind ausgestoßen –von der Regierung.
Hatte er 2000 „nur“ über soziale Ungerechtigkeit gesungen, spitzte sich die Situation im Folgejahr zu, weil er explizit von Menschenrechten sang und das entsprechende Album „Mubikira“ sich in nur 2 Wochen über 20.000mal verkaufte. |
Plötzlich erhielten alle Stücke auf Mubikira eine politische Bedeutung, sodaß sogar ein Liebeslied als Unterstützung des Oppositionsführers „verstanden“ wurde.
Und auf einmal wurde das Album von den staatlichen Medien boykottiert. Es wurde nicht mehr im Radio gespielt oder in den Zeitungen rezensiert. An immer mehr Orten wurde Zhakata bedeutet, daß seine Konzerte dort unerwünscht seien oder er gewisse Lieder nicht spielen dürfe. Um sich bedeckt zu halten, verzichtete er 2002 auf die Veröffentlichung eines neuen Albums.
Als er dann aber 2003 ein neues Album herausbrachte, auf dem er explizit über politische Gewalttaten an Unschuldigen sang, wurde es von Anfang an von den Medien boykottiert – bis auf 2 Liebeslieder. Weil er Drohungen erhielt, hatte er enorme Schwierigkeiten, sich mit Liveauftritten ein Auskommen zu sichern. Zhakata beschloß, nichts zu riskieren und sich ruhig zu verhalten. In der mittlerweile rein staatlichen Presse- und Medienlandschaft verkündete man entweder sein Karriereende oder schwieg ihn tot.
Erst 2005, als sich die politischen Stürme etwas gelegt hatten und niemand mehr über Politik redete, veröffentlichte er ein neues Album. Es wurde nicht politisch interpretiert, aber es erhielt auch fast kein Airplay im Radio.
Dank seiner Fans konnte Zhakata pro Jahr über 200 Konzerte machen und hat so die Zeit des Boykotts überlebt. Mittlerweile hat er 17 Alben gemacht, das letzte vor drei Monaten. Sein Titel ist „Tine Vimbo“ und heißt übersetzt: „Wir können hoffen“.
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