Zimbabwe Skulptur heute
Vorwort

Es ist richtig, dass heute an jeder Ecke Zimbabwes oft sehr ästhetische Steinskulpturen angeboten und immer mehr Werkstätten gegründet werden, in denen angehende Künstler oder geschickte Handwerker für die Straßenmärkte gefertigte Ware produzieren, um die steigende Nachfrage nach Souvenirs zu bedienen. Doch kann sich jeder vor solcher „Airport Art" - wie Frank McEwen allzu gefällige und als Souvenirs produzierte Ware nannte - schützen indem er seine Skulpturen in renommierten Galerien oder beim Künstler selbst kauft.

Es ist auch richtig, dass Arbeiten von Nicholas Mukomberanwa in Ausdruck und Stil an Werke von Pablo Picasso erinnern und das minimalistische „Henry Gesicht“ an die Gesichter Paul Klees. Zum einen ist es aber schwer nachvollziehen, wie ein Nicholas Mukomberanwa oder ein Henry Munyaradzi im Rhodesien der 70er Jahre Zugang zu europäischen Kunstwerken gehabt haben soll und zum anderen waren es wohl eher europäischen Expressionisten, die lange bevor es den Bildhauern Zimbabwes möglich war, nach Inspirationen außerhalb ihres Kulturkreises gesucht haben und reichlich von dem Überangebot an Ideen und Stilelementen afrikanischer Plastiken und Masken Gebrauch machten.

Edwick Paraffin


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