Zimbabwe Skulptur heute
Vorwort

Dass die Entwicklung dieser Bildhauerkunst im damaligen Rhodesien unter dem Einfluss Frank McEwens begann, ist unbestritten. Ebenso, dass der Zugang zur westlichen Kunst auch für die Bildhauer Zimbabwes einfacher geworden ist. Eine Vielzahl zimbabwischer Bildhauer war inzwischen in Europa, den USA und Australien und viele westliche Künstler haben in Zimbabwe gearbeitet. Alles andere als ein Assimilationsprozess wäre nicht normal.

Eine Haltung, einerseits die Verwendung sogenannter primitiver Stile und Motive bei westlichen Künstlern zu bejubeln und andererseits westliche Einflüsse in den Arbeiten afrikanischer Künstler zu verurteilen, scheint jedoch nicht unwesentlich von Elementen kolonialen Chauvinismus geprägt.

Jeder Bildhauer Zimbabwes hat seinen Stil im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst entwickelt. In jeder Skulptur manifestiert sich die reelle und die imaginäre Welt ihres Schöpfers. Und so sind bei intensiver Betrachtung in den Skulpturen charakteristische Motive zu erkennen, aber auch neue Ideen zu finden und Entwicklungen nachzuvollziehen.

Die wenigsten Bildhauer Zimbabwes haben theoretische Ausbildungen genossen. Ihre Skulpturen entstehen nicht nach Skizzen oder Modellen, sie entstehen aus dem Dialog mit dem Stein, dessen Seele vom Künstler freigelegt wird. Dem Betrachter bleibt es überlassen, theoretische Ansätze zu diskutieren oder sich der Faszination der Skulpturen zu öffnen und die Kraft in Stein und Arbeit zu fühlen.

Crimio Simon


zurück   nach oben   Druckansicht
Sie befinden sich auf Seite 3 von 3   «  1 | 2 | 3  »