Zimbabwe Skulptur heute
Frank McEwen und Joram Mariga
Obwohl die rhodesische Regierung die Rassentrennung ständig verschärfte, setzte sich McEwen intensiv mit Tradition und Kultur der sogenannten Shona auseinander. Er gründete einen Workshop und stellte den schwarzen Angestellten seiner Galerie Leinwand, Farbe und Pinsel zur Verfügung. McEwen glaubte an die Talente seiner Belegschaft, er sah eine „reiche, heidnische Quelle von Ideen, Kosmologien und Kunst, tief verschüttet unter der Knechtschaft der kolonialen Herrschaft".
Seiner Meinung nach waren uralte Interaktionen von Glaube, Mystik, Magie, Tanz, Musik und eine natürliche Begabung die Faktoren, die afrikanische Kunst über Jahrhunderte zur Perfektion gebracht hatten. Er hoffte, dass sich diese verborgenen Talente von selbst manifestierten, wenn nur die richtigen Rahmenbedingungen gegeben wären.
McEwen legte großen Wert darauf, dass die angehenden Künstler ausschließlich malten, was ihr Innerstes widerspiegelte. Er lehrte keine Inhalte und diktierte keine Richtung, sondern forderte zum Experimentieren auf. Er drängte seine Schüler, traditionelle Bindungen zu verarbeiten, ließ ihnen aber in der Gestaltung vollkommen freie Hand. Die ersten Resultate seiner Experimentierschule waren erstaunlich ausdrucksstarke, expressionistische Werke. Allerdings traten bald Schwierigkeiten auf. McEwen und seine Arbeit gerieten unter starken Druck der von Apartheid geprägten, weißen Öffentlichkeit, die dieser „grotesken Form von Kunst" keinerlei Wert abgewinnen konnte.
Etwa zur gleichen Zeit, als in der Nationalgalerie unter großen Anstrengungen versucht wurde aus Angestellten Maler zu machen, begann in den Eastern Highlands eher zufällig eine Entwicklung anderer Art.
Joram Mariga war ein einfacher Landwirtschaftsberater, der aus einer kunsthandwerklich begabten Familie stammte, in der mit Holz und Ton gearbeitet wurde. Bei Straßenbauarbeiten stieß er zufällig auf ein Stück schimmernden Speckstein und begann mit einem Küchenmesser daran herumzuschnitzen.
Joram fand Gefallen an dieser Arbeit und stellte bald Schachteln, einfache Büsten und andere realistische Gegenstände aus Stein her. Seine Stücke verkaufte er an die Hotelgäste im nahen Troutbeck Inn.
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