Zimbabwe Skulptur heute
Tom Blomefield und Tengenenge

Tengenenge lief hervorragend, bis zu dem Zeitpunkt, als die Region von einem verheerenden Zyklon heimgesucht wurde, dem eine anhaltenden Dürreperiode folgte. Kurz vor dem vollständigen Ruin entdeckte Blomefield Chrom auf seinem Land, dessen Abbau ihm die finanziellen Möglichkeiten gab, die Landwirtschaft wieder aufzubauen. Obwohl die neue Situation Tom wieder zu einem reichen Mann gemacht hatte, fühlte er eine tiefe Unzufriedenheit. Er spürte, dass Landwirtschaft, Bergbau und der damit verbundenen Wohlstand nur einen Teil seines Lebens ausfüllen konnten und ihm noch ein wesentlicher Teil fehlte.

1965 reagierte die UNO auf die einseitig erklärte Unabhängigkeit Rhodesiens (UDI) mit einem weltweiten Handelsembargo. Da die wichtigsten Güter Tengenenges fast ausschließlich für den Export produziert wurden, kamen Bergbau und Farmbetrieb zum Erliegen. Blomefields Ersparnisse waren bald aufgebraucht und die Existenz seiner Familie war ebenso bedroht wie die seiner Farmarbeiter.

Eine baldige Verbesserung der wirtschaftlichen Situation Rhodesiens war nicht abzusehen. So besann sich Tom Blomefield des künstlerischen Talents seiner Mutter und fasste den Entschluss, einen Jugendtraum in die Tat umzusetzen und Bildhauer zu werden.

Tengenenge

Er hatte von den ersten Erfolgen der Künstler in Vukutu und der Nationalgalerie gehört und sah in der Kunst eine ernsthafte Alternative, sich und auch seinen Arbeitern den Lebensunterhalt zu sichern. Nur wenige Tage später stattete Crispen Chakanyuka, der im Workshop von Joram Mariga unterrichtet worden war, Tengenenge einen Besuch ab. Crispen wurde nicht nur Tom Blomefields Lehrer, er machte ihn auch auf die riesigen Serpentinvorkommen aufmerksam, die auf seinem Farmgelände in den Hügeln des Great Dyke lagen.

Der aus Malawi stammende Leman Moses, einer der Farmarbeiter, diente Tom zunächst als Modell. Um Ruhe vor Blomefields permanentem Drängen zu haben, begann Leman schließlich selbst Steine zu bearbeiten. Seine Arbeiten unterschieden sich deutlich von dem sehr naturalistischen Stil Chakanyukas. Er verarbeitete Muster und Formen der traditionellen Maskenschnitzer, die bei seinem Volk, den Chewa, und vielen anderen Völkern Zentralafrikas seit Jahrhunderten gebräuchlich sind. So kam die Bildhauerbewegung Zimbabwes unmittelbar nach ihrem Beginn zu einer ersten neuen Stilrichtung.



zurück   nach oben   Druckansicht
Sie befinden sich auf Seite 2 von 9   «  1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9  »