Zimbabwe Skulptur heute
Tom Blomefield und Tengenenge

Doch ist Tengenenge nicht nur aus künstlerischer Sicht absolut bemerkenswert. Hier herrscht auch eine einmalige soziale Situation. Auf der Farm lebte immer schon ein buntes Gemisch aus Menschen der unterschiedlichsten Herkunft. Zu den ortsansässigen Shona gesellten sich Arbeiter aus den Nachbarländern und Angehöriger anderer Völker Rhodesiens.

Tengenenge

Da Tom Blomefield seine Arbeiter nach Abschluss der Saisonarbeiten weiterbeschäftigte, konnte sich unter ihnen bei gemeinsamen Feiern und Riten, durch Heiraten und Beziehungen ein Angleichungsprozess entwickeln.

Diese Entwicklung hat sich bis heute erhalten. Die Künstler leben in der fröhlichen Gemeinschaft eines traditionellen afrikanischen Dorfes. Unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Berühmtheit herrscht Gemeinschaft, getragen von gegenseitigem Respekt.

Noch heute wird jeder Neuankömmling, der sich in Tengenenge niederlassen möchte integriert, erhält Unterkunft, Verpflegung, Werkzeug und Stein. Etablierte Künstler betrachten es als ihre Pflicht, talentierte Anfänger zu unterstützen.

Anfänger haben, als eine der wenigen Regeln Tengenenges, das absolute Kopierverbot zu beachten. Zwar erhalten die Schüler die Möglichkeit die Fähigkeiten zur Meister zu erlernen, ihre Arbeiten aber dürfen ausschließlich Produkte ihrer eigenen Kreativität und ihres Talents sein. Stellt sich nach einer gewissen Zeit heraus, dass ein Neuling absolut kein Talent besitzt, wird er höflich aber bestimmt aufgefordert, sich doch anderswo zu versuchen. Ist er begabt, steht einem Daueraufenthalt in Tengenenge nichts im Wege.



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