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Zimbabwe Skulptur heute

Die Arbeitsweise der Bildhauer aus Zimbabwe

Die Arbeit des Künstlers beginnt mit der Auswahl der Steine. Der Künstler sucht den Stein aus, der ihn anspricht, zu dem er eine Verbindung spürt, manche Künstler behaupten, der Stein hätte sie ausgesucht. Zur Auswahl stehen keine regelmäßig geschnittenen Blöcke, sondern unregelmäßige Findlinge, aller Größen und Zusammensetzungen aus den Steinbrüchen.

Teils sieht der Künstler die Grundstruktur der Skulptur bereits im unbehauenen Rohmaterial angelegt, teils liefert ihm der Rohling die Idee. Er arbeitet nicht nach Skizzen und reißt keine Grundrisse an. Er sieht seine Arbeit als Verfeinerungsprozess, ein Vordringen zum Herzen des Mediums, zur perfekten Form.

Einem Achtjährigen, der sich zum ersten mal mit Hammer und Meißel an einem Stein versuchen wollte, erklärte Bernard Matemera, er solle sich vorstellen, er habe eine Banane vor sich und müsse nur noch die Schale entfernen.

Während der Arbeit besteht ein permanenter Dialog der Individualität des Rohsteins mit der Persönlichkeit des Künstlers. Das Werk entsteht unter der Arbeit. Jede Unregelmäßigkeit des Steines, jede Maserung in der Farbe, jeder kleine Riss kann der Skulptur eine neue Richtung geben.

Entfernen sich Idee und das im Entstehen begriffene Werk zu weit voneinander – spricht der Stein nicht mehr zum Künstler – ist es nicht üblich, dem Stein seinen Willen aufzuzwingen, nur um eine Skulptur fertig zu stellen. Viele Bildhauer legen dann die angefangene Arbeit beiseite und beginnen eine neue, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Zwiesprache mit der angefangenen Arbeit wieder funktioniert.

Nachdem der Künstler sich eingehend mit seinem Stein beschäftigt hat, beginnt er zunächst mit Hammer und Meißel unerwünschte Teile abzutragen. Mit den gleichen Werkzeugen beginnt er anschließend, grob zu formen. Häufig kommt hierbei schon ein Läuferhammer mit auswechselbaren Zahneinsätzen zum Einsatz.

Feinere Konturen werden im nächsten Arbeitsgang mit Hammer, verschiedenen Meißeln oder eben diesem sogenannten Brick Hammer angelegt.

Mit den unterschiedlichsten Raspeln und Feilen erhält das Werk dann seinen ersten Schliff. Zum Glattpolieren der Skulptur wird in verschiedenen Schleifgängen Schleifpapier mit Körnungen von 40 bis 2000 verwendet.

Um Struktur und Farbe des Steines voll zur Geltung zu bringen, werden die Skulpturen nach dem Schleifen mit farblosem Wachs eingelassen. Die Arbeiten werden an Holzfeuern erhitzt, um die Poren des Steines zu öffnen, anschließend wird mit einem Pinsel in mehreren Durchgängen Wachs aufgetragen und nach dem Erkalten alles Wachs, das nicht in die Skulptur eingedrungen ist, mit einem weichen Lappen abpoliert.

Sämtliche Arbeiten an den Skulpturen werden nach wie vor von Hand verrichtet, der Einsatz elektrischer Geräte ist verpönt. Zwar geben große Bildhauer Arbeiten, wie den endgültigen Schliff und das Polieren der fertigen Skulpturen gelegentlich an Schüler ab. Doch geschieht dies in erster Linie nicht aus Gründen der Bequemlichkeit, sondern überwiegend um den Schülern ein Gefühl für Formen und Gestalten der Meister zu vermitteln.