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Boet Nyariri

Boet Nyariri

Boet wurde 1977 in Mhondoro gute 80 km südlich der Hauptstadt Harare geboren. Seine Mutter gehört dem Volk der Sena aus Mocambique an, sein Vater dem der Tonga, das einst die Karibaschlucht am Ufer des Zambezi besiedelte. Als Ende der 50er Jahre der Staudamm für den Lake Kariba gebaut wurde, wurden die ansässigen Tonga zum größten Teil zwangsumgesiedelt.

Darunter war auch die Familie Nyariri, die sich etwa 400 km westlich von Kariba in Mhondoro niederließ. Mhondoro ist eine sehr fruchtbare Region mit großen Gemüse- und Obstfarmen, wo auch Boets Vater Arbeit fand.

Boet Nyariri wurde als zweites von insgesamt sechs Geschwistern, vier Jungs und zwei Mädels, geboren. Er besuchte die Kawara Primary School und wechselte dann auf die Rio Tinto High School, die er mit dem mittleren Bildungsabschluss verließ.

1993 verstarb sein Vater und Boet zog, um seine Mutter zu entlasten, zu seinem Großvater nach Mukona. Dort hatte auch, der zu der Zeit bereits relativ erfolgreiche Bildhauer, Tinashe Makaza Verwandte. Boet und Tinashe freundeten sich an. Tinashes Tätigkeit zog Boet in ihren Bann und er begann ihm beim Anlegen von Standflächen, beim Polieren seiner Skulpturen und bei der Präsentation zu helfen. Tinashe gefiel Boets Eifer und brachte ihm die Grundlagen der Bildhauerei bei. Boet begann bald, sehr einfache gehaltene eigene Skulpturen zu fertigen.

1999 zog Boet nach Chitungwiza. Er arbeitete weiterhin als Assistent für Tinashe, unter anderem im Chapungu Sculpture Park. Er half aber auch bei verschiedenen anderen Bildhauern, wie Samuel Masakwa, Kennedy Musekiwa, Danny Kanyemba und Ignatius Zhuwakiyi, aus.

2000 lernte er seine Frau Nora kennen und die beiden heirateten relativ zügig. 2001 kam ihr erstes Kind zur Welt, das allerdings kurz nach der Geburt starb. Heute lebt und arbeitet Boet mit seiner Frau und seinen drei Kindern im eigenen Haus in Chitungwiza. Er unterrichtet junge Künstler und sagt von sich, seine Arbeit sei so wichtig, wie sein täglich Brot. Ein Tag ohne künstlerische Tätigkeit sei ein verschwendeter Tag.

2007 wurde er zu einer Ausstellung ins DED Guest House der deutschen Botschaft eingeladen. Er erhielt sechs Zertifikate und 2009 und 2012 den National Arts Merit Award vom National Arts Council, das ist so etwas wie der Oscar für Bildende Kunst in Zimbabwe. Seit 2013 wird er regelmäßig von der Just Rock Gallery nach Kapstadt eingeladen. 2015 war er Gast beim National Art Festival in Grahamstown, dem größten Kunstfestival Afrikas, und 2018 beim Europäischen Stein-Festival in Saverne, Frankreich.

Boet ist ein religiöser, sehr bescheidener, sehr respektvoller und höflicher Mensch. Harmonie und ein glücklicher Alltag sind ihm sehr wichtig. Er beobachtet, wie Menschen ihr tägliches Leben gestalten, mit den Höhen und Tiefen umgehen und klarkommen. Er analisiert den Umgang der Generationen miteinander und den Einfluss des kulturellen Erbes auf die Gegenwart. Er bewundert Frauen und mag Kinder. Dies spiegelt sich in den Motiven seiner Arbeit wider.

Er legt sehr großen Wert auf Details, verziert die Gewänder seiner Skulpturen mit unzähligen Ornamenten und Mustern. Er spielt mit Kontrasten, wechselt hochpolierte, gewachste Oberflächen mit grob bearbeiteten. Bevorzug verwendet er dafür den sehr harten, schwarzen Springstone.

Boets Skulpturen finden sich mittlerweile in Ländern der ganzen Welt, darunter Deutschland, Kanada, England, USA, Holland oder Südkorea. Er liebt den Gedanken, dass sich Menschen in all diesen Ländern an seinen Stücken erfreuen.

Kurzbiografie:

Geburtstag:28. Juni 1977
Geburtsort:Mhondoro (Mashonaland East, Zimbabwe)
Ethnie:Tonga
Mutopo:Hwai (Schaf)
Bildhauer seit:1997
Begann in:Mukona
Beeinflusst von:Tinashe Makaza
Bildhauergeneration:3
Familienstand:seit 2000 verheiratet mit Nora Dabet
Kinder:
1 Tochter Merlen (*2003), 2 Söhne Denzel (*2008) und Devine (*2013)
Skulpturen von Boet Nyariri
Boet Nyariri_Figured You Out