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Zimbabwe Skulptur heute

Geschichte der Zimbabwe Bildhauer

Bildende Kunst hat im südlichen Afrika eine lange Tradition. Die ersten Bewohner der Region zwischen Zambezi und Limpopo waren Khoisan. Im Verlauf von etwa einer Million Jahren entwickelten die San, wie sie in Zimbabwe genannt werden, die Fähigkeit Werkzeuge und Waffen herzustellen, zu zeichnen und zu malen.

Vor etwa 30.000 Jahren begannen sie Felswände und Höhlen mittels natürlicher Farben aus Mineralien und Pflanzen zu bemalen und hinterließen dem Land Zimbabwe ein kulturelles Erbe von unschätzbaren Wert.

In den Jahren 200 v. Chr. bis 300 n. Chr. wanderten aus dem Zentrum des Kontinents höher entwickelte Bantuvölker ein und vertrieben die San. Die neuen Herren, die heutigen Shonavölker, gründeten sagenhafte Königreiche wie Great Zimbabwe, Monomatapa, Butwa Torwa oder das Großreich der Changamire der Rozvi.

Alle diese Völkern hatten eine künstlerische Tradition, verstanden sich auf Metallverarbeitung und auf die Schmuckherstellung aus Elfenbein, Gold und Holz.

Zur Entwicklungsgeschichte der Bildhauerkunst in Zimbabwe aber trugen wesentlichere Faktoren bei, als die kunsthandwerklichen Traditionen und Fertigkeiten der einzelnen Völker.

Die Kultur der afrikanischen Bewohner Rhodesiens, die sich in Great Zimbabwe, ihrer Musik und ihren Erzählungen ausdrückte, wurde von den Kolonialherren abgewertet und unterdrückt.

Mit Opposition und Widerstand gegen die totalitäre Herrschaft der Weißen wuchs in der schwarzen Bevölkerung, als Nährboden für die Bildhauerbewegung, auch das Bedürfnis nach künstlerischer Identität.

Neben einigen Missionaren, wie Pater Gröber aus Serima und Canon Paterson von der Cyrene Mission bei Bulawayo, die ihren Schülern mit Kunsterziehung eine Möglichkeit zum Lebensunterhalt vermittelten, lebten in Rhodesien einige wenige Weiße, die früh die Begabung einzelner Künstler erkannten. Tom Blomefield, der Gründer von Tengenenge und Frank McEwen, der Direktor der Art Gallery in Salisbury, verfügten über den erforderlichen Enthusiasmus, die nötigen Verbindungen und die finanziellen Möglichkeiten, die afrikanischen Künstler zu fördern und das Interesse der Öffentlichkeit für ihre Werke zu wecken.

Lässt man die Rollen der Missionsstationen außen vor, vollzog sich die Entwicklung der zeitgenössischen Steinplastik Zimbabwes größtenteils in drei Zentren.

Begonnen hat alles in Vukutu in den Eastern Highlands, wo Joram Mariga die Möglichkeiten entdeckte, aus Speckstein Kunsthandwerk herzustellen, und den ersten Bildhauer Workshop für seine Freunde und Verwandten eröffnete.

Frank McEwen trug mit seiner Arbeit in der National Art Gallery von Salisbury maßgeblich dazu bei, die Skulpturen bekannt zu machen und zu verkaufen. Seine Ausstellungen in Europa, Australien und USA waren die Meilensteine für den internationalen Durchbruch.

In Tengenenge schließlich, auf der ehemaligen Tabakfarm, erfüllte Tom Blomefield sich einen Jugendtraum, lernte selbst Bildhauern und stellte jedem, der es versuchen wollte, nicht nur Werkzeuge und Stein zur Verfügung, sondern auch Nahrung und Unterkunft.

Die Entwicklung der Bildhauerei in Zimbabwe hatte sicherlich auch kommerzielle Motive. Bildhauerei ist auch ein Handwerk, dessen Erlernen dazu beitragen kann, den Lebensunterhalt zu sichern und dessen Perfektion einen gehobenen Lebensstandard ermöglicht.

Erfolgreiche Künstler ernähren heute nicht nur riesige Familienverbände, sie genießen auch eine sehr exponierte Stellung. Wobei in ihren eigenen Umgebungen häufig weniger die Qualität ihrer Arbeit, als vielmehr der damit verbundene materielle Wohlstand bewertet wird.