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Kilarenz Albert Zulu

Kilarenz Albert Zulu wurde 1981 in Zvishavane, unter dem Namen Clarence Albert Nyati geboren. Kilarenz ist die Shonaaussprache von Clarence. Nyati der Familienname seiner Mutter. Zulu hat er als Künstlernamen gewählt. Das Wort bedeutet übersetzt Himmel, es steht aber auch als Reminiszenz an die Völker die das Zambezital ursprünglich besiedelten. Da es ihm Schwierigkeiten bereitet, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder der zufälligen Zugehörigkeit zu einer Gruppe beurteilt werden, verzichtet er darauf sich einem Totem (Mutopo) oder einem der Völker seines Heimatlandes zuzuordnen.

Sein Geburtsort liegt in der Provinz Midlands, etwa auf der Hälfte der Strecke von Masvingo nach Bulawayo, knapp 300 km südlich der Hauptstadt Harare. Das Städtchen ist ein typischer Bergbauort am Fuße des Great Dyke. Der Great Dyke ist ein Höhenzug, der Zimbabwe von Nord nach Süd durchzieht und die meisten Bodenschätze des Landes birgt.

Kilarenz wuchs mit vier Geschwistern auf. Da seine Mutter an anderen Orten Zimbabwes als Lehrerin tätig war, lebte er bei seinen Großeltern, die gemeinsam eine Kirche in der Nähe von Masvingo leiteten. Hier besuchte Kilarenz die Victoria Primary School (1987 – 1994) und anschließend die Victoria High School (1995 – 1998). In seiner Schulzeit faszinierten ihn künstlerische Fächer wie Malen und Zeichnen und in seiner Freizeit half er seinem Vater bei Metall- und Schweißarbeiten.

Manuel Mutizwa

Seine Mutter hatte mit Sunungurai Mukiwa eine sehr gute Freundin. Die beiden höchst bemerkenswerten Frauen, verband eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Beide waren alleinerziehende Mütter von jeweils fünf Kindern, beide arbeiteten als Lehrerinnen, beide waren die meiste Zeit von ihren Familien getrennt und beide hatten Söhne, die kunstbegeistert waren.

Als es Kilarenz‘ Mutter klar wurde, dass der Drang ihres Sohnes, Künstler zu werden mehr als eine vorübergehende Erscheinung war, schickte sie Albert zu Sunungurai. Sie hoffte, dass deren Anleitung und der Austausch mit ihrem Sohn, dem nahezu gleichaltrigen Tapiwa, beiden helfen könnte einen vernünftigen Umgang mit der Kunst als eventuelle Lebensperspektive zu finden.

Sunungurai machte Kilarenz mit Tapfuma Gutsa bekannt. Tapfuma ist einer der prägendsten Charaktere der zimbabwischen Kunstszene. Als einer der wenigen Bildhauer Zimbabwes kann er eine formelle künstlerische Ausbildung vorweisen. Er studierte an der London School of Art und schloss mit einem Diplom in Skulptur ab.

Mit 17 Jahren schloss Kilarenz sich Tapfumas Surprise Art Center in Shurugwi an. In diesem künstlerischen Umfeld lernte Clarence die Techniken und Ideen der klassischen Steinbildhauerei und machte Bekanntschaft mit unterschiedlichsten neuen Kunstformen. Er veränderte seine Sicht auf die Dinge, erweiterte seinen Horizont und vertiefte seine Leidenschaft für die Kunst. Heute sagt er über diese Zeit, es war als ob man nach einem langen Marsch durch die Wüste eine Oase findet.

Bald waren Kilarenz Skulpturen fester Bestandteil der wechselnden Ausstellungen im Surprise Art Center und 2004 wurde er zu einem internationalen Künstlerprogramm am Johnson Vermont Studio Centre in die USA eingeladen.

Nach seiner Rückkehr war Zimbabwe geprägt von einer schwierigen wirtschaftlichen Krise. Es herrschte eine unglaubliche Inflation, es gab keine Arbeit und keinen Markt mehr für Kunst. Aufgrund dieser Umstände verließ er sein Heimatland und wanderte nach Zambia aus.

Zunächst arbeitete Kilarenz in einem Künstlerkollektiv namens ROX, Roots of Expression, das er als Künstler und Manager maßgeblich beeinflusste. Mit anderen internationalen Künstlern gründete er später in Lusaka die Organisation Art 4 a.r.t (Art for Anti Retroviral Treatment).

Die Herausforderung, ein Bewusstsein für die die Prävention und Behandlung von HIV/AIDS zu schaffen, ist eng mit gesellschaftlichen Problemen wie Stigmatisierung, Diskriminierung oder der Gleichberechtigung der Geschlechter verknüpft. Die Mission von Art 4 a.r.t ist es mittels bildender Kunst einen Zugang zu diesen Zusammenhängen zu schaffen und soziales Engagement zu fördern.

Bei Art 4 a.r.t entstand gemeinschaftlich die größte von Kilarenz bisherigen Skulpturen „ARM – Antiretroviral Man“, eine sechs Meter hohe Metallkonstruktion. Seither bestehen seine Skulpturen nicht nur aus Stein, sondern aus unterschiedlichsten Materialien wie Plastik und insbesondere Metall.

Im Jahre 2014 bekam er eine Einladung nach Amsterdam zu Bijlmer Artist-In-Residence (BijlmAIR), einem weiteren internationalem Künstlerworkshop. Ein Jahr später reiste er nach Leipzig, um in der Künstlergruppe „pilotenkueche“ in der Baumwollspinnerei mitzuwirken.

Im gleichen Jahr heiratet Kilarenz seine Frau Miriam, die er während seiner Zeit in Lusaka kennen gelernt hatte. Die beiden leben gemeinsam mit Tochter Makeda (*2015) und Sohn Menelik (*2017) in der Nähe von Erlangen.

Kilarenz‘ Stil ist schwer zu beschreiben, manchmal arbeitet er sehr gegenständlich und bildet formvollendete menschliche Körper und Gesichter ab, manchmal reduziert er seine Figuren auf die bloße Form. Dazwischen liegen sehr grob bearbeitete, aber sehr ausdrucksstarke Büsten und Köpfe die höchst überraschende Merkmale aufweisen und viel Raum zur Interpretation lassen. Neben der klassischen Steinbildhauerei liebt Kilarenz den Materialmix, verwendet Stein und Metall, Holz und Plastik oder ein Hirschgeweih als Schwanzflosse einer Meerjungfrau.

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Manuel Mutizwa

Kurzbiografie:

 

Geburtstag:12. Oktober 1981
Geburtsort:Zvishavane (Midlands, Zimbabwe)
Ethnie:Zimbabwer
Mutopo:keines
Bildhauer seit:2005
Begann in:Surprise Art Center in Shurugwi
Beeinflusst von:Tapfuma Moses Gutsa
Bildhauergeneration:3
Familienstand:verheiratet mit Miriam
Kinder:
eine Tochter Makeda (geb. 2014), Sohn Menelik (geb. 2016)
Skulpturen von Kilarenz Albert Zulu