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Zimbabwe Skulptur heute

Rohsteine der Bildhauer aus Zimbabwe

Von außerordentlicher Bedeutung für die Entwicklung der Bildhauerbewegung in Zimbabwe war, dass Rohmaterial in nahezu unbeschränkter Menge vorkommt. Der Great Dyke, der Zimbabwe fast vollständig von Südwesten nach Nordosten durchzieht, birgt neben den meisten Bodenschätzen des Landes auch die Rohmaterialien der Steinbildhauer.

Grundsätzlich können alle Rohsteine als Serpentine bzw. Serpentinite bezeichnet werden.Die verwendeten Bezeichnungen haben keinen wissenschaftlichen Hintergrund.

Der Springstone beispielsweise erhielt seinen Namen von John Takawira, der, gewöhnt an den etwas weicheren Serpentin, sich bei der ersten Verwendung wunderte, dass sein Hammer bei der Bearbeitung von Springstone zurücksprang.

Serpentine sind am ehesten mit Marmor zu vergleichen. Als Metamorphite haben sie eine ähnliche Entstehungsgeschichte und der Springstone ist mit einer Mohs-Härte von vier auch ähnlich hart. Die Gesteinsart ist etwa 2,6 Milliarden Jahre alt und wird in großen Vorkommen in ganz Zimbabwe gefunden.

Serpentinsteine tragen einen rötlich braunen Mantel aus oxydiertem, erzhaltigem Gestein. Die Farbschattierungen reichen von schwarz bis grün, von rötlich über orange bis violett. Die Farbe wird bestimmt von der Zusammensetzung der Mineralien und ist von Ort zu Ort verschieden.

Bevorzugter Stein der bekannten Bildhauer ist der eigentliche Serpentin. Serpentin zeichnet sich durch eine feine Struktur und wenige Risse aus. Im Norden Zimbabwes werden grüne, braune und schwarze Schattierungen abgebaut. In den Steinbrüchen von Tengenenge findet sich mit Springstone ein besonders harter Serpentin mit intensiver Schwarzfärbung.

Der sehr seltene Golden Serpentine weist eine ungewöhnlich tiefe Schwarzfärbung auf, die häufig von hellen Maserungen durchzogen wird. Diese und ähnlich häufig sehr bunt gefärbte Serpentine kommen in den Minen von Mudindo, aber auch in der Nyanga Region vor.

Bei dem äußerst seltenen Farnstein handelt es sich um einen hellorangefarbenen Serpentin mit eingeschlossenen Farnfossilien.

Opalstein ist eine hellgrüne Serpentinart aus der Nähe von Chiweshe. Er ist wegen seiner Festigkeit und seiner Zeichnung beliebt. Unter der durchscheinenden Oberfläche finden sich oft rote, orangefarbene und blaue Schichten. Häufig auftretende Quarzeinschlüsse, machen es zu einem ausgesprochen anspruchsvollen Rohmaterial.

Chiweshe Stone ist eine häufig vorkommende dunkelgrüne Serpentinart, dessen Maserung nicht so fein ist wie die des Opalsteins, dessen Konsistenz aber ebenfalls sehr hart und fest ist. Lemon Opal Stone ist eine Variation, die sich durch eine olivgrüne Färbung auszeichnet, die an die Farbe einer Limonenschale erinnert.

Sipolilo Stone oder der weiße Opal wird bei Guruve gefunden und erinnert in seiner Färbung an helle Kalksteine. Häufig trägt er rote und rotbraune Einschlüsse, die auf Eisenminerale schließen lassen.

Verdit ist ein Halbedelstein, der praktisch nur in Zimbabwe vorkommt. Herausragende Merkmale sind seine Härte und seine Färbungen. Der grünliche Schimmer, von dem sich der Name des Steins ableitet, wird von seinem Chromanteil bestimmt.

Fehlt der Chromanteil, spricht man von Goldenem Verdit, der goldbraun bis tiefbraun, an dunkles poliertes Holz erinnernd, schimmert. Er ist etwas weicher als normaler Verdit und wesentlich seltener. In einem Verdit findet sich gelegentlich das ganze Farbspektrum, in dem der Verdit auftritt von dunkelbraun, über lila schimmernd bis zu einem giftigen Grün.

Ein schwieriges Rohmaterial ist der Cobalt Stein. Er ist schichtig aufgebaut, deswegen findet man eher relativ flache Skulpturen, die aus diesem Stein hergestellt werden. Seine Färbung reicht von einem sehr dunklen Rot, über ein grünliches Grau hin zu leuchtendem Grün.

Leopard Rock, gehört zu den bevorzugten Rohstoffen von Lazarus Takawira. Er wird in der Nyanga Region in den Eastern Highlands abgebaut. Seinen Namen hat er von seinem grün-gelblich-schwarz gepunkteten Muster. Er kann aber auch in reinem Schwarz bis hin zu reinem Gelb auftreten.

Eine weitere Besonderheit ist der höchst seltene Lepidolith, es handelt sich dabei um einen Lithium-Glimmer. Er ist als Rohstein sehr teuer in der Anschaffung und als Medium sehr anspruchsvoll, weil äußerst hart, in der Bearbeitung.